Im Rahmen meiner Masterarbeit habe ich mich mit der Erkrankung Demenz beschäftigt. Mithilfe des sozialorientierten Designs habe ich eine Möglichkeit entwickelt, mit der das Wissen über eine angepasste Raumgestaltung nachhaltig an pflegende Angehörige vermittelt werden kann. Denn Räume prägen unser Erleben tiefgreifend. Für Menschen mit Demenz werden vertraute Umgebungen jedoch zur Quelle von Angst und Orientierungslosigkeit: Das eigene Zuhause fühlt sich fremd an. Umso wichtiger ist es, die Umgebung an die veränderten Bedürfnisse anzupassen.
Derzeit leben 1,8 Mio. Menschen in Deutschland mit Demenz, bis 2060 wird die Zahl auf etwa 3 Mio. steigen. Pflegende Angehörige verstehen kaum, wie Wahrnehmungsstörungen das Raumerleben verändern, und sind mit der Pflege überfordert.
Idee
Es bedarf also einer Möglichkeit, die die aktive Pflege der Betroffenen passiv unterstützt, die Selbstständigkeit der Betroffenen fördert und somit den Pflegeaufwand, die psychische Belastung und auch die Kosten reduziert. An diesem Punkt kommt die demenzgerechte Raumgestaltung ins Spiel: Eine angepasste Raumgestaltung kann dabei helfen, wenn sich im Laufe der Erkrankung die Welt der Betroffenen verändert.
Lösung
Ein modulares Handbuch, das Angehörige Schritt für Schritt von den theoretischen Grundlagen bis zur praktischen Umsetzung führt und so Betroffene und Angehörige durch Partizipation und Empowerment selbst handlungsfähig macht.
Die Besonderheit
Dieses Projekt dient als Beispiel für die Möglichkeiten eines sozialorientierten Designansatzes, der auf diverse Themengebiete angewendet werden kann und so dabei hilft, komplexe wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse verständlich zu vermitteln und in die Praxis zu bringen.
Fotos des Handbuchs